
| › Ausbildung bei Sommerlad |
| › INTERVIEW MIT REIMUND GRIEBEL, LEITER DER PERSONALABTEILUNG |
|
Interview zum Thema „Ausbildung bei Sommerlad“ mit Reimund Griebel, Leiter der Personalabteilung.
In welchen Berufsfeldern bildet die Möbelstadt Sommerlad aus? Reimund Griebel: Die Möbelstadt Sommerlad bietet eine vielseitige Ausbildung als Bürokaufmann/-frau, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Gestalter/in für visuelles Marketing, Holzmechaniker/in, Fachkraft für Lagerlogistik bzw. Fachlagerist/in und Informatikkaufmann/-frau an. In Koordination mit der FH Gießen-Friedberg bieten wir Interessenten auch die Möglichkeit zum dualen Studium, Studium-Plus an, die Absolventen können später Führungspositionen übernehmen. Welche Voraussetzungen sollten für eine erfolgreiche Bewerbung um einen Ausbildungsplatz bei Sommerlad erfüllt sein, und auf welche Fähigkeit wird besonders geachtet? R. Griebel: Als erstes sollte bei allen Ausbildungsberufen darauf geachtet werden, dass eine vollständige Bewerbung mit allem was dazu gehört schriftlich an die Zentralverwaltung in Gießen gesendet wird, dazu gehören: Mappe mit Anschreiben, Lebenslauf, Zeugniskopien und gegebenenfalls Praktikumsnachweise. Für die Bewerbung als Bürokaufmann/-frau, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Gestalter/in für visuelles Marketing, Holzmechaniker/in sowie Fachkraft für Lagerlogistik wird ein guter Realschulabschluss mit guten Kenntnissen in Mathematik und Deutsch vorausgesetzt. Als Kaufmann/-frau im Einzelhandel sollte der Auszubildende Spaß am Umgang mit Menschen haben und kontaktfreudig sein. Hilfsbereitschaft, Begabung und Spaß am Beraten der Kunden sollten möglichst vorhanden sein, mit einem hohen Maß an Sozialkompetenz. Bei dem Ausbildungsberuf zum Gestalter/in für visuelles Marketing sollte ein sicherer Umgang mit Farben und Stoffen vorzuweisen sein, und vor allem sollte die Kreativität nicht zu kurz kommen, da dies ein künstlerischer Beruf ist. Um besonders hervorzustechen bietet sich eine kreative Bewerbung an. Zum Beispiel hatten wir schon einmal eine Bewerbung mit mehreren Bleistift-Zeichnungen zum Thema Wohnungseinrichtungen zwischen dem Anschreiben und dem Lebenslauf, als kleine Auflockerung, liegen. Dies war eine besondere, kreative Bewerbung und auch sehr passend. Handwerkliches Geschick und der Umgang mit Holz sollten bei dem Ausbildungsberuf zum Holzmechaniker vorliegen. Der Beruf der Fachkraft für Lagerlogistik ist nicht nur ein Ausbildungsberuf für Männer, sondern auch für Frauen, hier sind EDV-Kenntnisse erforderlich. Wer eine Ausbildung zum Informatikkaufmann/-frau bei uns machen möchte, sollte ein Abitur nachweisen können, da dies ein sehr anspruchsvoller Ausbildungsberuf auf einem hohen Niveau ist, der technisches Verständnis und ein analytisches Denken erfordert. Bei allen Ausbildungsberufen, außer dem Ausbildungsberuf Bürokaufmann/-frau, kann es möglich sein, dass wir ein kleines Praktikum von einer Woche in unserem Unternehmen durchführen, um herauszufinden, ob der/die mögliche Bewerber/in für diesen bestimmten Ausbildungsberuf geeignet ist. Dies wird natürlich mit den Schulen gegebenenfalls abgestimmt. Wie viele Auszubildende beginnen jährlich ihre Ausbildung und besteht die Möglichkeit auf eine spätere Übernahme bei einem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung? R. Griebel: Im Durchschnitt beginnen 25 Auszubildende aus über 1000 Bewerbern jährlich ihre Ausbildung in der Sommerlad-Gruppe. Unser Ziel ist es dabei möglichst alle nach Beendigung der Ausbildung zu übernehmen, da wir den Standpunkt vertreten: der beste Mitarbeiter ist der, den wir selber ausgebildet haben. Natürlich gelingt die Übernahme nicht immer, da manche Absolventen im Anschluss an ihre Ausbildung noch ein Studium beginnen wollen. Hat die aktuelle Wirtschaftsentwicklung/-lage Auswirkungen auf die Einstellungsquote? R. Griebel: Nein, denn wir denken immer langfristig. Wir haben dieses Jahr alle Auszubildende übernommen und hatten in den letzten Jahren im Durchschnitt eine Übernahmequote von ca. 90%. Werden die Auszubildenden auch betriebsintern ausgebildet und geschult? R. Griebel: Ja, denn wir investieren in die Bildung unserer künftigen Mitarbeiter. Unsere Bürokaufleute und Kaufleute im Einzelhandel werden jeden Freitag in Zweiergruppen zwei Unterrichtsstunden von einem Berufsschullehrer betreut und geschult. Dies stellt eine Ergänzung zum Berufsschulunterricht dar. Dort erhalten die Auszubildenden die Möglichkeit, gezielt auf Probleme einzugehen und Fragen zu stellen. Drei bis vier Monate vor der Abschlussprüfung bei der IHK werden die Auszubildenden in einer Extragruppe besonders betreut und speziell auf ihre Prüfung vorbereitet. Seit wie vielen Jahren bildet die Möbelstadt Sommerlad aus und was liegt Ihnen, als Ausbildungsleiter, dabei besonders am Herzen? R. Griebel: Wir bilden seit ca. 60 Jahren aus, also seit der Nachkriegszeit. Zudem haben wir eine jährliche Ausbildungsquote von über 10% der insgesamt 600 Mitarbeiter, wir sind im Einzelhandel der größte Ausbildungsbetrieb in Mittelhessen. Mir liegt besonders am Herzen, jungen Leuten Perspektiven zu bieten. Wir übernehmen gerne gesellschaftliche und soziale Verantwortung. Dies wird zum Beispiel deutlich, dass Herr Sommerlad bewusst in Zeiten, wo man hätte sparen können, weiter ausbildet und in die Zukunft von jungen Menschen investiert. Wie viele Auszubildende hatte Sommerlad insgesamt seitdem die Möbelstadt ein Ausbildungsbetrieb ist und konnten auch immer alle Ausbildungsplätze besetzt werden? R. Griebel: Dies müsste mittlerweile eine Zahl von weit über 500 sein. In der Regel werden alle Ausbildungsplätze besetzt. Vor ca. zwei Jahren konnten wir die Ausbildungsstelle zum Kaufmann/-frau im Einzelhandel leider nicht besetzten, da wir keinen Bewerber mit den erforderlichen Fähigkeiten finden konnten. Dies war aber eine Ausnahme. Ihr Motto lautet: „Besser gleich zu Sommerlad“. Was zeichnet die Ausbildung bei Sommerlad gegenüber vergleichbaren anderen Ausbildungsstellen besonders aus? R. Griebel: Die Sommerlad-Gruppe hat mit der sehr guten Qualität der Ausbildung, gerade im Berufsfeld der Bürokaufleute, auch ein hohes Ansehen bei anderen Unternehmen. Die Auszubildenden durchlaufen während ihrer 3-jährigen Ausbildung alle Abteilungen und können somit auch später in allen Abteilungen eingesetzt werden. Durch das Mitarbeiten in den Abteilungen lernen die Auszubildenden intensiv den Ablauf und die Zusammenhänge von allen Abteilungen kennen und können sich somit einen Überblick der gesamten Unternehmensstrukturen machen. Darauf wird bei der Ausbildung sehr viel Wert gelegt. Bei Abschluss der Ausbildung mit der Gesamtnote 1 vergibt Geschäftsführer Frank R. Sommerlad eine 250 € hohe Sonderprämie neben einem Arbeitsvertrag. Regelmäßig erhalten unsere Auszubildenden Preise von der IHK. So konnte sich zum Beispiel Kathrin Seibert im Rahmen der „Begabtenförderung berufliche Bildung“ über ein Stipendium in Wert von 5.100 € für Fortbildungsmaßnahmen bei der IHK freuen, denn sie hat es geschafft unter die besten 20 Auszubildenden aus dem IHK-Bezirk Gießen-Friedberg 2007 zu kommen. Gibt es ein „Wir-Gefühl“ unter den Auszubildenden und wie wird es gefördert? R. Griebel: Ja, wenn die Auszubildenden am gleichen Standort ausgebildet werden und dort in die gleiche Berufsschule gehen, ist das Wir-Gefühl besonders ausgeprägt. Jedoch ist dies durch die verschiedenen Standorte der Sommerlad-Gruppe nicht immer möglich. Wir versuchen dies zu fördern durch gemeinsame Aktionen, wie zum Beispiel der jährliche Besuch der Möbelmesse „IMM“ in Köln, zu der wir mit allen Auszubildenden aus dem zweiten Lehrjahr aller sechs Ausbildungsberufe hinfahren (Foto: Gemeinsamer Besuch der imm 2010) |
|
|
zurück |














